Namasté!

Meine Familie führt ein Leben voller scheinbarer Widersprüche: Wir trainieren gewaltfreie Kommunikation und mit Waffen auf dem Schießplatz, wir spielen Golf und sind überzeugte Anarchisten, wir kaufen im Bioladen und leugnen den CO2-Klimawandel. Und dann sind wir auch noch eingefleischte Vegetarier, d.h. nach 15/30 Jahren ohne Fleisch orientieren wir uns nun an der Paleo-Idee.

Unser Geld verdiene ich mit Golfunterricht, Vorträgen, Filmen und dem Verkauf meines Putters; ich schreibe Artikel, Bücher und auf Facebook über Golf und die Welt. Als Golflehrer kämpfe ich gegen Slice und Socket und nach Feierabend gegen Sozialismus und Schwerkraft (beim olympischen Gewichtheben, Drachenfliegen und Freeclimben). Erfolglosigkeit ist da programmiert. Albert Camus verdanke ich jedoch die Idee, dass Sisyphos glücklich war. Sisyphos’ Irrtum bestand nur darin, zu glauben, er sei glücklich, wenn der Stein oben bliebe.

Golf ist entweder Wandern mit Ball, Sport oder Arbeit am Charakter. Kaum ein Hobby bietet solche Chancen, erwachsen zu werden. Und das hieße, sich von dem Wahn zu lösen, wir würden umso mehr geliebt, je besser unsere Schläge gelingen. Bei den geringen Trefferquoten im Golf ist das ein Rezept für permanente Enttäuschung. Irgendwann flüchtet die Seele in den Selbstbetrug und ins Jammern. Wie aber findet man aus diesem Irrgarten heraus? Meine Antwort dazu ist mein Buch: »Jenseits der Scores«.

Seit dem 11. September 2001 suche ich in meiner chronischen Hybris auch nach Antworten auf die großen Fragen in Politik und Wirtschaft. Nach gründlicher Recherche habe ich bereits 2006 vor der zweiten Weltwirtschaftskrise gewarnt, jedoch zunächst nur Spott geerntet. Inzwischen ist dem Letzten klar, dass sich da etwas Übles zusammenbraut. Allen, die Argwohn hegen gegenüber Politik, Presse und Unis, empfehle ich mein kostenloses Buch: »Kein Zweck heiligt Zwang«.

PS: Weil mir morgen ein Blumentopf auf den Kopf fallen und mich ins Jenseits befördern könnte, möchte ich noch Folgendes zu Protokoll geben: Ich bilde mir ein, nicht ganz erfolglos geblieben zu sein bei dem Versuch, der unermesslichen Sinnlosigkeit des weitestgehend toten Universums ein Lächeln abzutrotzen. Dank gilt dabei: Ken Wilber, der mir beim Überwinden der Hoppla-Philosophie geholfen hat. Reinhard Sprenger, von dem ich gelernt habe, dass Sozialismus und Etatismus kein Ausdruck von Solidarität sind. Vor allem aber Marshall Rosenberg, der mir 2007 zusammen mit seiner Frau Valentina in einer lebensverändernden Sitzung die Verständigung in der Sprache des Herzens ermöglicht hat. Und in meinen lichten Momenten können sogar meine Mitmenschen etwas davon merken.

Verweise

Paleo-Ernährung
Drachenfliegen
Jenseits der Scores
Kein Zweck heiligt Zwang
Ken Wilber: Hoppla-Philosophie
Gewaltfreie Sprache von Marshall Rosenberg
Meine Golf-DVDs

NDR-Beitrag über mich




Oliver Heuler

 

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Titelbild:

Das Bild zeigt mich in Spitzwegs Bett des armen Poeten. Mit meiner Montage beantworte ich die einzig offene Frage in der Kunstwissenschaft:
Was hält der Poet in der Hand? Antwort: Einen 5-Piece-Penta auf einem Gliemann-Tee.